Grundlagen der Datensicherung
Das Thema Computersicherheit hat so viele Facetten, dass es sich nicht in eine bestimmte Definition oder einen bestimmten Ansatz zwängen lässt. Eine umfassende Computersicherheit umfasst zahlreiche Unterkategorien, die insgesamt eine einzige, zusammenhängende Struktur ergeben. Eine dieser Unterkategorien, mit der wir uns bisher noch nicht befasst haben, ist die Datensicherung und der Beitrag, den sie zum Schutz Ihrer wertvollen Daten leistet. Hier holen wir das Versäumte nach, indem wir uns verschiedene Backup-Ansätze und ihre Funktionsweise ansehen.
Sicherung = Versicherung
Eine Datensicherung ermöglicht es Ihnen, Ihre Informationen an einem sicheren Ort zu speichern und später wiederherzustellen, wenn Ihr üblicherweise verwendeter Datenträger beschädigt oder auf andere Art unbrauchbar wird. Sie ist ein unerlässliches Werkzeug, wenn Sie sicherstellen möchten, dass Ihre ursprünglichen Arbeiten, Dateien oder sonstigen wertvollen Daten unversehrt bleiben, ganz egal, welchen Risiken sie ausgesetzt sind. Ein Backup bedeutet, dass Sie immer zu einem früheren Speicherzustand zurückkehren und die verlorengegangenen oder beschädigten Daten wiederherstellen können. Wenn kritische Informationen auf dem Spiel stehen, ist die Datensicherung Ihre erste Wahl, um die Gewissheit zu haben, dass Ihre digitalen Schätze nicht in Gefahr sind bleiben. Eine Datensicherung ist vor allem in den folgenden Situationen hilfreich:
- Wenn Sie im Begriff sind, ein neues Programm oder ein größeres Update zu installieren und Sie sich nicht sicher sind, ob dadurch nicht vielleicht Systemabstürze oder Kompatibilitäts- bzw. Interoperabilitätsprobleme auftreten könnten. Ironischerweise kann es sich bei einem solchen Programm durchaus um ein Sicherheitsprogramm oder ein Windows Service Pack handeln, das erhebliche Veränderungen an der bestehenden Konfiguration Ihres Betriebssystems vornimmt, was wiederum andere Probleme verursachen kann. Ein Backup ist auch eine vernünftige Vorsichtsmaßnahme für Anwender, die gerne mit erweiterten Systemeinstellungen herumexperimentieren, etwa mit manuellen Änderungen der System-Registrierungsdatenbank oder dem Testen verschiedener System-Treiber oder –Dienste.
- Wenn Sie Hardware-Ausfälle erleben, vorhersehen oder ihnen vorbeugen möchten. Eine Reihe von Anzeichen könnte darauf hindeuten, dass Ihre Hardware versagt, z.B. Systeminstabilität oder Überhitzung oder eine nachlassende Festplatte. Für Festplattenprobleme ist eigentlich ein eigener Artikel erforderlich, im Rahmen dieses Artikels nennen wir Ihnen jedoch einige Warnzeichen, auf die Sie achten sollten. Wenn die Lebensdauer einer Festplatte sich dem Ende zuneigt, meldet Windows zunehmend Probleme beim Lesen oder Beschreiben der Festplatte oder das SMART-Festplattendiagnosesystem warnt vor einem bevorstehenden Absturz und empfiehlt das sofortige Speichern der Daten und die Übertragung auf einen sicheren Speicherort. Die Datensicherung ist auch dann empfehlenswert, wenn Sie kein USV-Gerät (unterbrechungsfreie Stromversorgung) verwenden, da Stromschwankungen und -stöße Ihre Festplatte oder Ihr Motherboard irreparable Schäden zufügen können. Es ist schwierig, aber nicht unmöglich, zukünftige Funktionsausfälle vorherzusagen. Erfahrene Anwender kennen die Anzeichen für potenzielle Probleme, für alle anderen sind hier einige Ratschläge: Je älter Ihr System ist, desto größer ist die Möglichkeit eines Versagens aufgrund von mangelnder Wartung oder Pflege. Wenn das System in einer staubigen, feuchten oder heißen Umgebung steht, ist die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls höher. Es ist ratsam, von Zeit zu Zeit ein Diagnose-Hilfsprogramm mit kostenloser Testphase laufen zu lassen, z.B. Sandra von Sisoft oder Everest, da diese Hilfsprogramme zur Vorhersage von Hardware-Abstürzen nützlich sein können.
- Datensicherungen sind auch dann sinnvoll, wenn Sie die Auswirkungen von Viren und anderen Malware-Programmen, die Ihre Verteidigungsprogramme vielleicht umgehen können, minimieren möchten. Neben ihrer Hauptaufgabe des Informationsdiebstahls kann Malware auch auf direktere Art und Weise destruktiv sein und System-Konfigurationseinstellungen beschädigen, Dateien zerstören und Netzwerk-Verbindungen blockieren oder umleiten. Wie wir in unserem Newsletter Security Insight bereits mehrfach wiederholt haben, ist die Verwendung von Sicherheitssoftware nur eine Schutzschicht zur Sicherung Ihrer Daten, und keine Sicherheitslösung kann Sie vor jeder Bedrohung schützen. Datensicherungen erweisen sich bei der Wiederherstellung Ihres Systems nach einem Malwarebefall häufig als wesentlich wirkungsvoller als ein Virenschutzprogramm.
- Sie planen, Ihren Computer unterwegs zu verwenden und machen sich Sorgen um die Integrität oder Sicherheit Ihrer Daten. Wenn Sie Ihr Laptop verlieren oder es im Wasser landet, kann ein Backup Ihrer wichtigsten Daten die Lage retten.
- Sie sind vielleicht der inoffizielle „technische Support“ für Ihre Familie und Freunde. Wenn etwas mit einem ihrer Rechner schief geht, können Sie ihn einfach auf die letzten Backup-Daten zurücksetzen.
- Eine Datensicherung ist praktisch, wenn Sie den Wechsel zu einem neuen PC planen. Sichern Sie einfach all Ihre Dateien und stellen Sie sie auf dem neuen PC wieder her. Dabei sollte man jedoch bedenken, dass die Wiederherstellung des Betriebssystems und aller installierten Programme nicht möglich ist, wenn die Konfiguration eines neuen PCs erheblich von der Ihres alten Rechners abweicht, da unterschiedliche Hardware vermutlich auch unterschiedliche Einstellungen erfordert.
Was mit einem Backup gesichert werden kann
Wenn Sie auswählen, was Sie mit einem Backup sichern möchten, überlegen Sie, was für Sie wichtig ist. Im Grunde kann folgendes gesichert werden:
- Einzelne Dateien und Ordner (Dokumente, Fotos, Musik usw.). Wählen Sie mit Ihrer Backup-Software einfach die Elemente, die Sie sichern möchten und die Software speichert sie automatisch. Vergessen Sie nicht, Ihre Backups regelmäßig zu aktualisieren, um auch neue Dateien und aktualisierte Originaldateien zu sichern.
- Lokale und entfernte Speicherorte, einschließlich logischer Festplatten (Partitionen) und tatsächlicher, physischer Festplatten. Zusätzlich zu einzelnen Dateien kann Ihr Backup-System auch die gesamten Inhalte ausgewählter Festplatten speichern und sie später auf einem neuen oder alten Zielort wiederherstellen.
- Wechsel-Speichermedien, z.B. USB-Flashspeicher, DVDs und andere externe Geräte.
- Ihr Betriebssystem mit seinen Einstellungen, einschließlich der installierten Software. Sie können den Stand Ihres Betriebssystems speichern, und dann bei Bedarf zum letzten Spiegelungspunkt zurückkehren.
Wie es funktioniert
Moderne Backup-Software ist relativ einfach und leicht zu verwenden. Üblicherweise wählen Sie nach der Installation die Speicherorte aus, die Sie sichern möchten, geben den Speicherort an, an dem diese Elemente gespeichert werden sollen und klicken auf OK. Wenn die Datensicherungen erstellt wurden, können Sie sie nach Bedarf wiederherstellen. Bei Ihrer ersten Datensicherung sollte es sich immer um eine vollständige Kopie des ursprünglichen Speicherorts handeln, während alle weiteren Backups inkrementell sind und nur die Inhalte sichern, die neu sind oder sich seit der letzten Sicherung geändert haben. Das spart Zeit und Speicherplatz für die Sicherung.
Spätere Datensicherungen können dann auf Abruf (Sie veranlassen das Programm zum gewünschten Zeitpunkt zur Durchführung eines Backups) oder nach Zeitplan erfolgen. Geplante Datensicherungen können so eingestellt werden, dass sie in regelmäßigen Zeitabständen, die im Backup-Programm selbst festgelegt wurden, durchgeführt werden. Sie sollten auch die ereignisbedingten Backups in Betracht ziehen, die von ausgewählten Programmen angeboten werden – diese können so eingestellt werden, dass sie bei einem bestimmten Ereignis, z.B. einer verlängerten Stillstandszeit oder einem Stromversorgungsproblem, ausgeführt werden.
Backup-Speicherung
Wenn Sie Ihre Daten sichern, speichern Sie sie an einem bestimmten Zielort. Üblicherweise handelt es sich bei diesem Zielort um eine große, komprimierte Datei auf einem lokalen Gerät – entweder auf einer externen Festplatte oder einer Speicherkarte mit hoher Kapazität. Der Backup-Speicherort kann benutzerspezifisch eingestellt werden, und Sie sollten unbedingt daran denken, dass der Ort, an dem Sie Ihre Sicherungskopie speichern, sicher sein muss. Wenn Ihre Haupt-Datenquelle ausfällt, müssen Sie sicherstellen, dass Sie auf Ihr Backup zugreifen und es einsetzen können. Wenn Sie Ihre gesicherten Daten vom Stromnetz getrennt an einem sicheren, trockenen Ort aufbewahren, gewährleistet das den guten Zustand Ihres Backups und sorgt dafür, dass Sie im Notfall wieder an Ihre Daten gelangen können. Es wäre unklug, Ihre Sicherungskopie auf Ihrer Hauptfestplatte oder einem alten ROM-Datenträger zu speichern, da diese genauso gefährdet und anfällig sind wie Ihr Haupt-Speicherort.
Sie können Ihre Daten auf einem externen Speicher sichern oder einen der kostenlosen oder kommerziellen Online-Datensicherungsdienste verwenden. Bedenken Sie, dass es Vor- und Nachteile hat, wenn Sie Ihre Daten auf fremden Speicherorten sichern. Die Vorteile sind:
- Ihre Datensicherung wird von lokalen Ereignissen wie Stromstößen, Blitz, Feuer, Überschwemmungen, Erdbeben und anderen Naturkatastrophen nicht in Mitleidenschaft gezogen.
- Das Speichern Ihrer Daten bei einer vertrauenswürdigen Organisation mit Erfahrung in der Datenspeicherung und im Notfallbetrieb ist im Allgemeinen sicher. Solche Organisationen betreiben im Regelfall fehlertolerante Systeme mit mehreren Sicherungskopien, die gewährleisten sollten, dass Ihre Daten sicher sind.
Die Nachteile sind:
- Sie müssen sich die Vertraulichkeit Ihrer Daten der Organisation, bei der Sie sie speichern, anvertrauen.
- Das Hochladen Ihrer gespeicherten Daten und der spätere Download zur Wiederherstellung erfordert ausreichende Bandbreite und Datenunterstützung, also sollte Ihr Konto bei Ihrem Internetprovider einen unbeschränkten Datendurchsatz zulassen.
- Es gibt einige Bedenken bezüglich der Sicherheit Ihrer Daten während des Transfers. Das Risiko zwar ist gering, aber es könnten Dritte darauf zugreifen. Prüfen Sie in dieser Hinsicht bei Ihrem Backup-Provider nach, welche Sicherheitsmaßnahmen sie ergreifen, um die Sicherheit des Übertragungsprozesses zu gewährleisten.
- Die Verwaltung Ihrer Fern-Backups ist vielleicht nicht so einfach wie die von lokalen Sicherungskopien, und Remote-Backups bieten Ihnen nicht immer die vollen Vorzüge von lokalen Backups. Im Extremfall wären Sie nicht in der Lage, eine Sicherungskopie wiederherzustellen, wenn Ihr Computer so beschädigt ist, dass das Betriebssystem nicht mehr gestartet werden kann. Sie müssten einen anderen Computer verwenden, um eine Internetverbindung herzustellen, die benötigte Remote-Kopie herunterzuladen und den Wiederherstellungsprozess zu starten. Im Gegensatz dazu bieten Programme zur lokalen Datensicherung üblicherweise die Möglichkeit, eine Start-CD-ROM zu erstellen, die die Wiederherstellung auf den gewünschten Punkt startet, falls Ihr Computer sich nicht auf die übliche Art hochfahren lässt. Sie legen einfach die CD ein, schließen den Datenträger an, auf dem Sie Ihre Sicherungskopie gespeichert haben, und Ihre Festplatte ist in etwa innerhalb einer Stunde wiederhergestellt.
Arten der Datensicherung:
Es gibt folgende Arten der Datensicherung:
- Erstellen eines Festplatten-Klons, so dass Ihr gesamtes physisches Laufwerk vollständig auf ein anderes Laufwerk kopiert wird. Wenn Ihrer ursprünglichen Festplatte etwas passiert, können Sie einfach ein neues Laufwerk an Ihren PC anschließen und ihn von dort aus starten. Das neue Laufwerk ist eine genaue Kopie Ihres ursprünglichen Laufwerks und enthält alle Dateien und Dokumente, die zum Zeitpunkt des Klonens auf dem alten Laufwerk vorhanden waren. Wenn die Festplatten unterschiedliche Größen haben, werden Ihre Partitionen (logische Laufwerke wie C, D usw.) proportional verkleinert oder vergrößert. Wenn Sie einen Klon der Festplatte erstellen, sollten Sie daran denken, dass die Computer-Konfiguration unverändert bleiben sollte.
- Datei-Sicherung, bei der alle Backup-Daten komprimiert werden und in einer einigen Datei gespeichert werden. Diese Datei wird komprimiert, um Speicherplatz zu sparen und sie kann mit einem Passwort geschützt werden, so dass andere die Inhalte nicht sehen können.
- Wiederherstellungspunkte, in Ihrer Backup-Software auswählbar. Wiederherstellungspunkte können dem Datum entsprechend gesetzt werden, an dem eine Datensicherung durchgeführt wurde. Wenn auf Ihrem PC etwas schiefgeht, können Sie von der Programmoberfläche aus jederzeit zum letzten Wiederherstellungspunkt zurückkehren.
Verschiedene Arten von Backup-Lösungen
Computer-Backup-Lösungen gibt es sowohl in Software- als auch in Hardware-Form. Hardware-Systeme sind im Regelfall automatisierte, dauerhaft angeschlossene Geräte, die die Inhalte der Haupt-Festplatte auf ein eingebettetes Magnetband oder eine Festplatte kopieren. Bei Mirrored Raid Arrays (RAID-1) handelt es sich um zwei interne Festplatten, die parallel laufen und bei denen die zweite Festplatte automatisch und sofort die Inhalte der ersten Festplatte sichert. Wenn die erste Festplatte beschädigt wird, können die Inhalte von der zweiten Festplatte wiederhergestellt werden. Solche Systeme sind einfach und preisgünstig einzusetzen, die Handhabung der ersten Konfigurationsschritte erfordert jedoch ein gewisses Maß an Fachwissen.
Eine Datensicherungsfunktion ist in vielen aktuellen Software-Anwendungen enthalten, von Sicherheits-Suites wie Norton360 bis zu der im Betriebssystem enthaltenen Software wie Time Machine von Apple oder der Funktion Sicherung bzw. ‚Sichern und Wiederherstellen‘ in Windows. Diese Programme bieten im Allgemeinen einen geringeren Funktionsumfang als spezielle Backup-Tools wie z.B. Acronis True Image, sie führen jedoch ohne Weiteres grundlegende Datensicherungsaufgaben durch und sind für viele Anwender völlig ausreichend.
Schlussfolgerung
Eine Sicherung Ihres Systems ist wirklich eine gute Angewohnheit. Sie spart Ihnen viel Mühe und Stress, wenn das System versagt oder von einem Virus befallen wird. Das war's für heute - ich hoffe, Sie fanden diesen Artikel informativ und nützlich.
|