Sind Sie sich der Tücken sozialer Netzwerke bewusst?
Einleitung
Einigen Schätzungen zufolge beanspruchen Anwender, die in sozialen Netzwerken wie FaceBook, MySpace und LinkedIn interagieren, mehr als 30 Prozent des US-amerikanischen Internetdatenverkehrs. Soziale Netzwerke (SN) können Spaß machen und nützlich sein, wenn man online Zeit mit Freunden und Bekannten verbringen, neue Kollegen kennenlernen, über aktuelle Ereignisse sprechen oder hitzig debattieren möchte. Der größte Vorteil sozialer Netzwerke liegt darin, dass sie Menschen mit gleichen Interessen oder Berufen verbinden und eine einfache Möglichkeit zum Austausch von Informationen, Meinungen, Fotos, Videos und allem erdenklichen anderen bieten.
Diese offenen Umgebungen, die ein soziales Netzwerk ausmachen, haben jedoch auch ihre Nachteile. Wie Ihnen der Titel vermutlich schon verraten hat, konzentriert sich dieser Artikel auf die dunklen Seiten sozialer Netzwerke.
Grundlegende Richtlinien
Registrierung bei einem sozialen Netzwerk
Wenn Sie sich anmelden, ist es erforderlich, dass Sie Ihren echten Namen und eine gültige E-Mail-Adresse angeben, mit der Ihr zukünftiges Konto verknüpft wird (Ihre E-Mail-Adresse wird normalerweise gleichzeitig als Benutzername für das soziale Netzwerk verwendet). Machen Sie es sich zur Gewohnheit, ein Passwort mit mindestens sechs Zeichen für Ihr Konto festzulegen. Denken Sie auch daran, dass Sie unterschiedliche Passwörter für Ihre Registrierungs-E-Mail-Adresse und die Anmeldung beim sozialen Netzwerk verwenden. Sollte die Sicherheit Ihres Kontos unglücklicherweise tatsächlich gefährdet sein, können Sie das Passwort zurücksetzen lassen, indem Sie Ihre E-Mail-Adresse zur Wiederherstellung Ihres Zugriffs auf das soziale Netzwerk verwenden. Das setzt jedoch voraus, dass derjenige, der Ihr Konto "geknackt" hat, nicht auf Ihr E-Mail-Postfach zugreifen kann und keine eingehenden Nachrichten lesen kann.
Minimierung der Gefährdung
Während Windows Ihre Offline-Desktop-Plattform darstellt, die Sie nach bestem Wissen und Fachwissen verwalten und sichern können, liegt die Plattform für Ihr soziales Online-Netzwerk auf Remote-Servern, über die Sie keine Kontrolle haben. Ihre SN-Identität und -Aktivitäten sind nur so geschützt wie die zugrundeliegende SN-Engine.
Es liegt also bei Ihnen selbst, sich zu schützen - wir schlagen folgende "Sicherheitsmaßnahmen" vor:
- Verwenden Sie die aktuellste Browser-Software und installieren Sie Windows-Updates, sobald sie verfügbar sind.
- Verwenden Sie eine Firewall, um Ihr System vor unbekannten Bedrohungen zu schützen; verwenden Sie einen aktualisierten Virenschutz, um bekannte Bedrohungen abzuhalten und eine Software, die Eindringlinge abwehrt und Sie vor potenziell gefährlichen Aktivitäten auf Ihrem Computer warnt.
- Inhalte, die von Unbekannten veröffentlicht oder geschickt wurden, sollten Sie nicht herunterladen, öffnen oder darauf antworten. Vor kurzem gab es einen Virenausbruch im russischen Bereich eines sozialen Netzwerks, der dadurch entstand, dass arglose Anwender auf einen Verweis zu einer gefälschten Bilddatei klickten, durch die ein Virus aktiviert wurde. Dieser Virus vernichtete daraufhin die Anwenderdaten auf den befallenen Computern.
- Denken Sie daran, dass soziale Netzwerke immer noch in den Kinderschuhen stecken: Die Engines sind noch nicht voll ausgereift, und die Plattformen sind für entschlossene Angreifer angreifbar. In den Medien wird regelmäßig über Fehler in den Codes sozialer Netzwerke berichtet, und aufgrund der zahlreichen Schwachstellen in den SN-Systemen können Sie sich nicht auf die Integrität und Geheimhaltung Ihrer persönlichen Daten verlassen. Von Cross-Scripting-Fehlern (XSS), durch die Angreifer auch eingeschränkte Bereiche der Nutzerdaten einsehen können, war beinahe jede SN-Seite schon einmal betroffen, auf ganz ähnliche Weise wie im Jahr 2003 Spyware auf Windows-Systeme abzielte, die noch nicht mit SP2 gepatcht waren.
- Die Anwendungen von Drittanbietern (Widgets), die FaceBook und MySpace als zusätzliche Downloads anbieten, sind sogar noch problematischer. Diese Programme wurden nicht auf Kompatibilität oder Sicherheitslücken getestet; Sie sollten also genau wissen, was Sie installieren, wenn Sie sich für die Benutzung solch einer Anwendung entscheiden.
- Greifen Sie nicht von öffentlichen Computern aus auf Ihr Online-Profil zu – solche Aktionen sind mit zusätzlichen Risiken behaftet, da die Möglichkeit des Diebstahls oder der Gefährdung durch Malware besteht. Ihre Anmeldedaten könnten in einer lokalen Cache-Datei gespeichert und später extrahiert und für den illegalen Zugriff auf Ihr Profil verwendet werden, oder der Computer könnte mit einem Keylogger infiziert sein, der im Hintergrund jede Information, einschließlich Anmeldungen und Dialogsitzungen, aufzeichnet und diese Daten an unbefugte Dritte weitergibt.
Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz der Privatsphäre
Geben Sie keine heiklen Informationen preis - niemals!
Eine vor kurzem in Großbritannien durchgeführte Studie enthüllte, dass mehr als die Hälfte der befragten SN-Benutzer Kontaktinformationen und private Angaben in ihren Online-Profilen veröffentlichen. Das macht sie zu einer leichten Beute für ID-Diebe und andere übeltäter.
Aufgrund der offenen Natur des Internets und der Tatsache, dass Ihr Konto durch Hijacking übernommen werden könnte, sowie den Sicherheitslücken von SN-Plattformen sollten Sie NIEMALS heikle Informationen über sich selbst, wie etwa Ihre Privatadresse, Versicherungs- und Kontonummern oder Handynummern, veröffentlichen. Sie sollten außerdem nichts veröffentlichen, was sich möglicherweise als Eigentor entpuppen könnte, z.B. Videos von Studentenpartys oder sonstiges Material, das ein potenzieller Arbeitgeber Ihrer Meinung nach nicht unbedingt sehen sollte.
Gestatten Sie anonymen Nutzern keinen Einblick in Ihr Profil
Indem Sie Ihr Profil privat machen, beschränken Sie den Zugriff auf Ihr Online-Profil auf Freunde und Personen, die Sie kennen.
Fügen Sie nur Personen, die Sie kennen, als Freunde zu Ihrer Liste hinzu
Je kleiner Ihr engster Freundeskreis ist, desto privater und geschützter ist Ihr Online-Profil.
Trauen Sie niemals reinen Online-Bekanntschaften
Sie sollten unbedingt daran denken, dass Menschen und ihre Identität nicht immer das sind, was sie vorgeben, und dass Sie Personen, die Sie online kennenlernen, nicht unbedingt blind vertrauen sollten. Treffen Sie sich nur an sehr öffentlichen, sicheren Orten real mit diesen Personen und versuchen Sie tunlichst, jedem anderen körperlichen Kontakt mit ihnen aus dem Weg zu gehen.
Sie haben vielleicht die dramatische Geschichte von einem Mädchen gehört, das Selbstmord begangen hat, nachdem sie anscheinend von ihrer Online-Liebe fallengelassen wurde. Tatsächlich hatte es sich bei dem betrügerischen Partner jedoch um die Mutter eines anderen männlichen Teenagers gehandelt, die nicht wollte, dass ihr Sohn sich mit diesem Mädchen traf. Wäre das Mädchen bei Dingen, die sie im Internet las, etwas weniger vertrauensselig gewesen, würde sie vermutlich heute noch leben.
Bevorzugen Sie Websites, die eine Verschlüsselung verwenden
FaceBook zum Beispiel verschlüsselt Ihre interaktiven Sitzungen, wohingegen MySpace das noch nicht tut. Die Verschlüsselung verstümmelt die übertragenen Daten, so dass niemand eventuell abgefangene Informationen lesen kann und Ihre Passwörter und andere Informationen vor Außenstehenden geschützt sind.
Melden Sie Missbrauch
Sollten Sie auf Fälle von Spam, Belästigung, Stalking oder anderen Arten des Eindringens in Ihr Privatleben stoßen, sollten Sie diese Vorfälle den Stellen melden, die für ein angemessenes Verhalten auf der entsprechenden sozialen Netzwerk-Website zuständig sind. Sehen Sie in den FAQ oder unter dem Punkt Kontakt nach, um die entsprechenden Kontaktinformationen zu finden.
Greifen Sie nicht vom Arbeitsplatz aus auf soziale Netzwerke zu
Studien weisen darauf hin, dass die Hälfte der Berufstätigen während der Arbeitszeit auf soziale Netzwerke zugreift. Das verringert die Produktivität und lenkt von beruflichen Angelegenheiten ab. Solche Aktivitäten können darüber hinaus gegen die Richtlinien zur "angemessenen Internet-Nutzung" Ihres Arbeitgebers verstoßen.
Zusammenfassung
Soziale Netzwerke nehmen sowohl vom Umfang als auch von der Teilnehmeranzahl her zu. Sie werden für Kontakte im Berufs-, Privat- und Freizeitleben verwendet. Sie sollten immer daran denken, dass die Informationen, die Sie über sich selbst preisgeben, leicht zugänglich sind, selbst wenn Sie Ihr Online-Profil als "Privat" kennzeichnen. Sie sollten also niemals Informationen über sich selbst veröffentlichen, die auf irgendeine Weise gegen Sie verwendet werden können. Denken Sie auch daran, dass ein sicheres Vorgehen bei der Internetnutzung, ein gesunder Menschenverstand und Wissen der beste Schutz im Internet sind.
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